Alles, was du schon immer über Co2nscious wissen wolltest…

Das Projekt Co2nscious ist eine Fortführung einer der grundlegendsten Missionen von Back Market: das Bewusstsein für die Umweltauswirkungen von High-Tech-Geräten zu schärfen und Lösungen zu ihrer Begrenzung vorzuschlagen, so unvollkommen diese im Einzelfall auch sein mögen.

Konzept, Berechnungsmethode … und wo die Grenzen liegen: Wir erzählen dir alles kurz und bündig.

Die Idee: Ein Widget, um den CO2-Ausstoß beim Aufladen deines Smartphones (oder Tablets) zu begrenzen

Der Strom, der die Akkus unserer Smartphones und Tablets versorgt, stammt aus verschiedenen Energiequellen (Gas- oder Atomkraftwerke, Solaranlagen, auf Wasserkraft basierende Speicherkraftwerke usw.). Diese Quellen stoßen mehr oder weniger CO2 aus und dieser Energiemix ändert sich mehrmals im Laufe eines Tages.

CO2NSCIOUS ist ein Widget, das  zeigt, welche Energiequellen beansprucht werden, wenn du dein Gerät an die Steckdose anschließt. So kannst du in Echtzeit die Höhe der Kohlenstoffemissionen sehen, die der Aufladung entsprechen.

Mit etwas maschinellem Lernen und der Hilfe von Electricitymap kann dir Co2nscious auch den optimalen Ladezeitpunkt in Bezug auf den CO2-Abdruck nennen.

Co2nscious befindet sich, wie wir in unserem Jargon sagen, im Stadium des „Proof of Concept“. Bis Ende April wird das Widget verfügbar sein, und zwar nur auf Android. Aber wenn das Projekt bei euch Anklang findet, wird es dauerhaft in die Back-Market-App (auf iOS und Android) integriert.

Wie funktioniert das konkret?

Co2nscious stützt sich auf Daten, die von Electricitymap zur Verfügung gestellt werden, einem Open-Source-Projekt, das sich die Visualisierung des CO2-Ausstoßes aus Produktion und Verbrauch von Elektrizität überall auf der Welt zum Ziel gesetzt hat. Einstweilen sind die Daten für 67 Länder verfügbar. Wenn dir danach ist, kannst du etwas dazu beitragen, auch deines auf die Karte zu setzen.  

  1. Auf der Grundlage zahlreicher Faktoren, wie etwa der geografischen Herkunft, von Verlaufsdaten und Wetterbedingungen, führt Electricitymap eine Schätzung der Stromquellen durch, die für das Aufladen deines Geräts herangezogen werden.
  2. Diese landesweiten Vorhersagen werden stündlich aktualisiert und systematisch mit der Wirklichkeit verglichen, um dank Machine Learning die Prognostizierungsfähigkeiten weiter zu verbessern.
  3. Danach leitet man die Kohlenstoffemissionen aus diesem Energiemix ab, indem man die vom IPCC entwickelten Emissionsfaktoren ansetzt (der mit steigender oder sinkender Nachfrage nach Elektrizität verbundene CO2-Ausstoß lässt sich für die verschiedenen Quellen im Energiemix berechnen).
  4. Beim ersten Einstecken zum Aufladen berechnet CO2NSCIOUS also die durchschnittlichen Kohlenstoffemissionen (in gCO2eq/kWh) und den Zeitpunkt, zu dem diese am niedrigsten sein werden (in einem Zeitfenster von 6 Stunden).
  5. Darüber hinaus kannst du in Echtzeit die Zusammensetzung des Energiemix und die damit zusammenhängenden CO2-Emissionen in gCO2eq/kWh abfragen und so selbst über den Zeitpunkt entscheiden, an dem du dein Handy aufladen möchtest.
  6. Wenn du dich bereits in einem optimalen Zeitpunkt befindest, lässt dich CO2NSCIOUS das Aufladen fortsetzen.
  7. Befindest du dich nicht in einem günstigen Zeitpunkt, nennt dir CO2NSCIOUS einen besseren Zeitpunkt. Du hast auch die Möglichkeit, dich erinnern zu lassen.

Und das war’s schon.

Die Grenzen des Vorhabens

Unserer Meinung nach sollte CO2NSCIOUS eher als Startpunkt im Sinne einer Sensibilisierung und weiterer Gespräche betrachtet werden, denn als perfekte Lösung. Kritisieren ließe sich besonders, dass nur ein einziger Faktor (der CO2-Ausstoß) für die Bestimmung des optimalen Ladezeitpunkts herangezogen wird. Wir wissen jedoch, dass bestimmte Energiequellen (ja, genau, die Atomenergie) zwar sehr wenig Kohlenstoff ausstoßen, aber andere große Umweltrisiken nach sich ziehen.

Keine Energiequelle ist 100 % sauber, genauso wenig wie es aus Umweltsicht ein perfektes Telefon gibt. Das Ziel dieses Widgets ist einfach, dir die Karten in die Hand zu geben, um deine eigenen Entscheidungen zu treffen. Denn irgendwo muss man ja anfangen.

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